Modellprojekt zur beruflichen Orientierung an Gymnasien in der Sekundarstufe I

Das Berufsorientierungsprogramm (BOP) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Ziel, im Kontext der Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“ (Initiative Bildungsketten) gemeinsam mit den Ländern die Berufswahlkompetenz und Ausbildungsreife von Jugendlichen zu stärken. Hierfür werden Maßnahmen zur frühzeitigen, handlungsorientierten beruflichen Orientierung in Berufsbildungsstätten gefördert.

 

Das BOP unterstützt Berufsorientierung für alle Formen allgemeinbildender Schulen. Vorhaben zur Berufsorientierung an Gymnasien sind im BOP allerdings derzeit noch unterrepräsentiert. Dementsprechend liegen für diese Schulform noch relativ wenig praktische Erfahrungen aus dem BOP vor.

 

 

Unser Modellprojekt BO-GY hat das Ziel Erfahrungen in der Umsetzung des BOP an Gymnasien unter differenzierteren Bedingungen zu erlangen. Bisher nehmen nur wenige Gymnasien am BOP teil und die teilnehmenden Gymnasien beklagen grundsätzlich das Fehlen der Präsentation und der Erprobung akadamischer Tätigkeiten. Das geplante Modellvorhaben versucht nun unter gleichwertiger Darstellung
beruflicher und akademischer Ausbildung und Tätigkeiten, ein für die Zielgruppe passenderes Angebot zu schaffen.

 

Die vorgelagerte Potenzialanalyse soll genutzt werden, um Potenziale und Förderempfehlungen für die Schüler zu eruieren. Durch die intensive Reflexion der Ergebnisse soll den Gymnasiasten ein erster Grundstein für die spätere Auswahl der Berufsfelder gelegt werden. In den nachfolgenden Werkstatttagen können die Schüler aus 10 verschiedenen Berufsfeldern drei auswählen, die zu den eigenen Vorstellungen und den Empfehlungen der reflektierten Ergebnisse der Potenzialanalyse passen. Hierbei kommt ein innovativer Fakt zum Tragen. Neben der praktischen Erprobung beruflicher Tätigkeiten am ersten Tag, werden die Schüler akademische Tätigkeiten des selben Berufsfeldes am zweiten Tag erproben. So wird nicht nur ein differenzierter Einblick in das jeweilige Berufsfeld, sondern auch der Unterschied innerhalb der
Arbeitsweisen gegeben.

 

Durch die Kooperation mit in der Lehre tätigen Institutionen, wie der Hochschule Wismar oder Unternehmen mit dem dualem Studienangebot können wir auf fundamentale Erfahrungen zurückgreifen und einen bestmöglichen Einblick verschaffen. Insgesamt bietet das Projekt eine effiziente Mischung aus Kennenlernen der eigenen Kompetenzen durch praktische Erpobung und Vermittlung eines
realistischen Einblicks in den Ausbildungs- und Studien-, sowie beruflichen Alltags.

 

Kooperationspartner - Hochschule Wismar


Die Hochschule hat drei Fakultäten in Wirtschafts-, Ingenieurwissenschaften und Gestaltung mit 34 Bachelor- und 37 Master-Studiengängen. An der Hochschule sind 8406 Studierende eingeschrieben. 433 Mitarbeiter sind an der Hochschule beschäftigt, darunter 133 Professorinnen und Professoren, 110 Lehrkräfte und wissenschaftliche Mitarbeiter und sechs Auszubildende.
Seit mehr als 100 Jahren ist Wismar Stätte praxisbezogener Ingenieurausbildung, die heute, vereinigt unter dem Dach der Fakultät für Ingenieurwiss., die Bereiche Bauingenieurwesen, Elektrotechnik & Informatik, Maschinenbau / Verfahrens- & Umwelttechnik umfasst.
Dabei arbeiten die 4 Bereiche in Lehre +Forschung eng zusammen und tragen den Anforderungen der Arbeitgeber nach praxisnah und interdisziplinär ausgebildeten Absolventen Rechnung.


Die Fakultät für Wirtschaftswiss. bietet neben der klassischen akademischen Ausbildung im Bereich Betriebs- und Volkswirtschaft auch das Gebiet des Wirtschaftsrechtes und der Wirtschaftsinformatik an. Die praxisnahe Lehre in akkreditierten modernen Studiengängen kann ausgezeichnete Rankings vorweisen. Zur internationalen Ausrichtung gehören internationale Studiengänge und „Exchange Programme“.
Seit der Zusammenlegung der bestehenden Studiengänge zur Fakultät Design 2007 wird eine integrale Auffassung von Gestaltung, Kunst, Design und Architektur vertreten ohne die Autonomie und Qualität der Studiengänge aufzugeben. Schwerpunkt der Ausbildung liegt in der von Studierenden individuell zu erarbeitenden Entwurfs- und Projektarbeit. Diese wird intensiv von den Lehrenden bis hin zu Einzelbetreuungen begleitet. Ein weiteres Qualitätsmerkmal liegt in der großen Bandbreite der gestalterischen, künstlerischen, handwerklichen, technischen Fächer sowie in den wissenschaftlichen Disziplinen.


Wer Neues schafft, braucht eine inspirierende Arbeitsatmosphäre und den entsprechenden Rückhalt vor Ort. Beides findet man an der Hochschule in Form modernster Labore + Werkstätten sowie auf dem Online-Campus, individueller Betreuung und zertifizierter familienfreundlicher Infrastruktur.


Die Berufsfelder Metall, Bau, Farbe und Raumgestaltung, Wirtschaft + Verwaltung, Holz korrespondieren mit den einzelnen an den Fakultäten angebotenen Studiengängen am besten sodass wir uns für eine Umsetzung des zweiten Tages und der damit verbundenen akademischen Erprobung beim Kooperationspartner entschieden haben. Die Hochschule verfügt über diverse Labore und nutzbare Räume wie z.B. Beton- und Festigkeitslabor, Bodenmechanische Labore, Chemielabore, Holzlabore, Labor Tragwerksprüfung I, Labor Hydromechanik, Labor Siedlungswasserwirtschaft/ Wasseranalytik, Labor Wasserbau, Mikroskopie Labor, Rechnerräume, CAD Labor, Labor intelligente Haustechnik, 3-D Drucker, virtuelle Modellbauräume.


Neben der räumlichen Nähe, der bereits vorhandenen Zusammenarbeit und der praxisnahen Ausrichtung der Hochschule spielen vor allem die bisherigen Erfahrungen im Bereich der Berufsorientierung und die Arbeit mit der Zielgruppe eine zentrale Rolle für die Auswahl der Hochschule als Kooperationspartner.


Beteiligte Gymnasien


Das Gymnasium Gadebusch in Gadebusch ist ein öffentliches Gymnasium in der Trägerschaft des Landkreises Nordwestmecklenburg. Es werden etwa 600 Schüler in den Jahrgangsstufen 7 bis 12 unterrichtet.

 

Am Modellprojekt nehmen die drei aktuellen 10.Klassen teil und somit 79 SchülerInnen.

 

Das Ernst-Barlach-Gymnasium befindet sich in einem interessanten, denkmalgeschützten Gebäude, das am 14. November 1929 eingeweiht wurde. Das Gymnasium wurde 1991 nach der Wiedervereinigung gegründet. Seit 2001 trägt es den Namen des berühmten expressionistischen Künstlers Ernst Barlach. Gegenwärtig bereiten sich hier ca. 500 Mädchen und Jungen auf ihr Abitur vor.

 

Am Modellprojekt nehmen die aktuell vier 9.Klassen teil und somit 97 SchülerInnen

 


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